Ein Olivenbaum auf der Wiese unter einem Gewitterhimmel

Corni di Fiasco · Umgebung · Tarent und das MArTA

Tarent und das MArTA

Die Sehenswürdigkeiten von Tarent (Taranto) an einem Tag: das MArTA, eines der großen archäologischen Museen Süditaliens, die Altstadt auf einer Insel zwischen zwei Meeren, eine Brücke, die sich öffnet, um Schiffe durchzulassen. Von Corni di Fiasco ist es eine halbe Stunde mit dem Auto.

Im Winter regnet es ab und zu. Nicht wochenlang wie im Norden: Das Gewitter kommt vom Meer, entlädt sich einen Tag lang und zieht weiter. Einen solchen Regentag in Apulien verbringt man nicht am Strand. Man nimmt das Auto, und in einer halben Stunde ist man in Tarent.

Tarent hat den Ruf einer Industriestadt, wegen des Stahlwerks, das außerhalb liegt, im Nordwesten. Das Museum, die Insel und das Mar Piccolo erzählen eine andere Geschichte, und die beginnt mit den Spartanern.

Das MArTA, das Archäologische Nationalmuseum von Tarent

Das Archäologische Nationalmuseum von Tarent, das MArTA, wurde 1887 gegründet, in den Jahren, als die Stadt wuchs und jede Baustelle Gräber, Vasen und Münzen zutage förderte. Es steht noch heute dort, wo es entstanden ist, in einem Kloster der Alcantariner aus dem 18. Jahrhundert, in der Via Cavour, wenige Schritte von der Drehbrücke.

Die Säle erzählen von Tarent und Apulien, von der Vorgeschichte bis ins Frühmittelalter, aber die Leute kommen wegen einiger ganz bestimmter Dinge.

Das Gold von Tarent. Diademe, Ohrringe, Ringe und Halsketten der Frauen der griechischen Stadt, so fein gearbeitet, dass man aus der Nähe kaum glauben mag, dass sie wirklich über zweitausend Jahre alt sind.

Das Grab des Athleten. Ein Sarkophag aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., darin ein junger Mann und ringsum die panathenäischen Amphoren, die Preise für die Sieger der Spiele in Athen. Ein Sportler also, begraben mit seinen Pokalen.

Die Venusfiguren von Parabita. Zwei Frauenfigürchen, wenige Zentimeter hoch, vor etwa zwanzigtausend Jahren aus Knochen geschnitzt und in einer Höhle im Salento gefunden.

Der Zeus von Ugento. Eine Bronze aus der Zeit um 530 v. Chr., rund 75 Zentimeter hoch: Der Gott ist im Begriff, einen Blitz zu schleudern, der verloren gegangen ist. Gefunden hat man ihn 1961 durch Zufall, beim Ausheben der Fundamente für ein Haus in Ugento, im Salento.

Man bleibt mindestens zwei Stunden, und wer Archäologie liebt, den ganzen Vormittag. Montags ist das Museum geschlossen; am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei. Öffnungszeiten und Reservierungen ändern sich: Prüfen Sie sie vor der Abfahrt auf der Website des Museums.

Die Altstadt von Tarent: was man auf der Insel sehen sollte

Wenn man aus dem Museum kommt, überquert man die Drehbrücke und ist auf der Insel. Das alte Tarent liegt ganz hier, eingezwängt zwischen dem Mar Grande und dem Mar Piccolo.

Die Drehbrücke stammt von 1887 und wurde 1958 erneuert: Wenn ein Schiff der Marine durch muss, drehen sich die beiden Hälften und geben die Durchfahrt frei. Wenn Sie zufällig sehen, wie sie aufgeht, bleiben Sie stehen.

Die Aragonesenburg, das Castello Aragonese, gehört noch immer der italienischen Marine, und es sind die Matrosen, die Sie hindurchführen, bei kostenlosen Führungen von etwa einer Stunde: die Türme, die Wehrgänge, das Meer darunter. Die Zeiten erfragt man besser vorher.

Auf der Piazza Castello stehen noch zwei dorische Säulen eines griechischen Tempels aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., eines der ältesten der Magna Graecia. Man nennt ihn Poseidontempel; die Archäologen denken eher an eine Göttin, vielleicht Persephone.

In den Gassen liegt der Dom San Cataldo, romanisch, mit einer alten Krypta und einer barocken Kapelle ganz aus farbigem Marmor, dem cappellone des Heiligen. Und unter den Häusern, in den Fels gehauen, liegen die Hypogäen: Eines davon, in Privatbesitz, kann man mit Führung besichtigen, und es reicht sechzehn Meter unter die Straße.

Wer noch Zeit hat, fährt in der Neustadt zur Konkathedrale von Gio Ponti, geweiht 1970: eine Fassade wie ein weißes, durchbrochenes Segel, die keiner anderen Kirche im Süden gleicht.

Das Mar Piccolo und die Miesmuscheln

Das Mar Piccolo ist eine geschlossene Lagune, und auf seinem Grund sprudeln Süßwasserquellen, die citri, die sich mit dem Meerwasser mischen. Das macht die Miesmuscheln aus Tarent besonders, die hier seit Jahrhunderten gezüchtet werden: Die schwarze Tarentiner Miesmuschel ist ein Presidio von Slow Food. In Tarent isst man sie roh, mit Zitrone, auf alle Arten, und niemand versteht, warum man sie anderswo so lange kocht.

Die Spartaner und der Delfin

Tarent ist die einzige Kolonie Spartas in Italien. Der Überlieferung nach wurde es 706 v. Chr. gegründet, und sie weiß auch, wer die Gründer waren: die Parthenier, die „Söhne der Jungfrauen“, in Sparta während eines langen Krieges geboren und in der Heimat schlecht angesehen, die unter der Führung von Phalanthos aufbrachen. Der Mythos erzählt, dass ein Delfin den Gründer Taras, Sohn des Poseidon, in Sicherheit gebracht habe. Das Stadtwappen zeigt ihn noch heute so, einen Jungen, der auf einem Delfin reitet, wie auf den griechischen Münzen.

Mit den Nachbarn, den Messapiern, kam Tarent nie zurecht. 338 v. Chr. kam ein König aus Sparta, Archidamos III., um zu helfen: Er fiel vor den Mauern von Manduria. Die ganze Geschichte erzählen wir in den Geschichten aus Maruggio und Umgebung.

Tarent im Winter

Im Winter hat Tarent zwei Termine, die man sich merken sollte. Am 22. November, dem Tag der heiligen Cäcilia, ziehen vor Sonnenaufgang Musikkapellen durch die Straßen und spielen Hirtenweisen, und in den Häusern werden die ersten pettole frittiert: In Tarent beginnt Weihnachten einen Monat früher. Und wenn Sie bis Ostern bleiben, gibt es die Karwoche, mit den Bruderschaftsmitgliedern, die mit Kapuzen und unendlich langsamem Schritt, der nazzecata, von Kirche zu Kirche gehen. Davon erzählen wir in den Geschichten.

Ein zweiter Tag: Oria und Manduria

Wenn es zwei Tage hintereinander regnet, gehört der zweite dem Landesinneren.

Oria, fünfundzwanzig Minuten entfernt, liegt auf einem Hügel und ist von weitem zu sehen. Der Dom, nach dem Erdbeben von 1743 wiederaufgebaut, hat eine große Kuppel aus bunten Ziegeln; um die Arbeiten zu bezahlen, so erzählt man, verkaufte man dem König von Neapel zwei Säulen aus grünem Marmor, die heute im Königspalast von Caserta stehen. Unter der Kirche, in einer Krypta, ruhen mumifiziert die Mitbrüder einer Totenbruderschaft: Wenn Sie die Krypta sehen möchten, fragen Sie vorher in der Kathedrale. Die Burg, die Friedrich II. erbauen ließ, ist in Privatbesitz und für Besucher geschlossen: Man sieht sie von außen, und das genügt, denn von außen ist sie großartig. Hinter der Porta degli Ebrei lag die Giudecca, das Viertel einer der wichtigsten jüdischen Gemeinden des mittelalterlichen Mittelmeerraums.

Manduria, zwanzig Minuten entfernt, hat die Mauern der Messapier, drei Ringe ineinander, mitten zwischen Olivenbäumen, mit einer Nekropole von mehr als tausend Gräbern und der Grotte der Fonte Pliniano, der Quelle, deren Wasserstand sich nach Plinius dem Älteren nie veränderte. Die Öffnungszeiten des archäologischen Parks prüft man besser vor dem Besuch. Im Ort gibt es die Hauptkirche mit dem Taufbecken aus dem 16. Jahrhundert, die Giudecca, die gleich davor beginnt, und das Primitivo-Museum in den alten Zisternen der Winzergenossenschaft, wo der Besuch mit einem Glas endet. Von den Weingütern erzählen wir auf der Seite zum Primitivo di Manduria.

Für alles andere im Umkreis von anderthalb Stunden – Grottaglie mit seiner Keramik, Lecce, Gallipoli – gibt es die Karte der Umgebung.

Tarent an einem Tag

Morgens ins MArTA, sobald es öffnet. Mittags Miesmuscheln, am Mar Piccolo oder in der Altstadt. Nachmittags die Brücke, die Burg mit den Matrosen, die Gassen der Insel. Auf dem Rückweg eine halbe Stunde Fahrt mit Regen auf der Windschutzscheibe, und zu Hause brennt der Kamin. Im Winter endet der Abend in Corni di Fiasco immer dort. Mehr dazu auf der Seite Überwintern in Apulien; und wenn Sie zum Arbeiten kommen, unter Workation in Apulien.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Besuch in Tarent?

Ja, wegen des MArTA, eines der großen archäologischen Museen Süditaliens, und wegen der Altstadt auf der Insel. Ein Tag genügt.

Wie weit ist Tarent von Corni di Fiasco entfernt?

Etwa dreißig Autominuten. Manduria zwanzig, Oria fünfundzwanzig.

Wie viel Zeit braucht man für das MArTA?

Mindestens zwei Stunden; einen halben Tag, wer Archäologie liebt.

Wann ist das MArTA geschlossen?

Montags. Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei; Öffnungszeiten und Schließtage an Feiertagen stehen auf der Website des Museums.

Kann man die Aragonesenburg von Tarent besichtigen?

Ja, bei den kostenlosen Führungen der italienischen Marine, die etwa eine Stunde dauern.

Kann man die Burg von Oria besichtigen?

Nein: Sie ist in Privatbesitz und für Besucher geschlossen. Man sieht sie von außen.

Braucht man ein Auto für Tarent, Oria und Manduria?

Ja. Von Corni di Fiasco nach Tarent, Oria und Manduria fährt man mit dem Auto.

Das Museum eine halbe Stunde entfernt, abends der Kamin.

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