Corni di Fiasco · Umgebung · Flamingos
Flamingos in der Salina dei Monaci
Flamingos beobachtet man in Apulien vom Straßenrand aus. Von Campomarino di Maruggio fährt man auf der Küstenstraße nach Osten bis Torre Colimena, und hinter dem Ort, jenseits von Schilf und Queller, liegt die Salina dei Monaci: eine flache Wasserfläche, und mittendrin, reglos auf einem Bein, die Flamingos.
Wer von weiter her kommt, will es beim ersten Mal nicht glauben. Rosa Flamingos, zehn Minuten von einem Trullo, in Apulien. Im Winter spiegelt die Saline den Himmel wie eine Glasplatte, und sie stehen da, den Kopf nach unten im flachen Wasser, als würde ihnen niemand zusehen.
Wo man in Apulien Flamingos sieht
Die Salina dei Monaci liegt hinter Torre Colimena, an der Ionischen Küste, zehn Autominuten von Corni di Fiasco. Sie ist ein Becken von etwa fünfundzwanzig Hektar, durch eine Sandzunge vom Meer getrennt und über einen Kanal mit ihm verbunden. Ringsum wachsen Queller und Schilf, und es gibt Dünen mit mediterraner Macchia. Auf der anderen Straßenseite: der Strand.
Sie gehört zum regionalen Naturschutzgebiet Litorale Tarantino Orientale, eingerichtet 2002: mehr als tausend Hektar, zu denen neben der Saline die Palude del Conte, die Wälder Cuturi und Rosa Marina und die Mündung des Chidro gehören, des Flusses, der in San Pietro in Bevagna das ganze Jahr über mit 18 bis 20 Grad warmem Wasser ins Meer mündet. Verwaltet wird das Schutzgebiet von der Gemeinde Manduria.
Die Flamingos beobachtet man von der Straße aus, die an der Saline entlangführt: Es reicht, anzuhalten und ein wenig Geduld mitzubringen. In Italien sieht man sie auch in den Lagunen des Nordens und in den Salinen Siziliens und Sardiniens; in Apulien ist die Salina dei Monaci unserer Meinung nach einer der Orte, an denen man sie am leichtesten zu sehen bekommt, eben weil man sie von der Straße aus beobachtet.
Wann man die Flamingos sieht
Früher kamen die Flamingos nur auf dem Vogelzug hier vorbei: Sie blieben ein paar Tage und flogen weiter. Seit einigen Jahren fliegt ein Teil der Kolonie nicht mehr weiter und bleibt auch in den warmen Monaten. Aber es sind Wildtiere: An manchen Tagen stehen sie Hunderte Meter entfernt, an anderen sind sie gar nicht da.
Man sieht sie vor allem von Oktober bis April, in den kühleren Monaten: genau dann, wenn sich die Strände leeren und die Küste wieder denen gehört, die hier wohnen, die Vögel eingeschlossen.
Die beste Tageszeit ist der Sonnenuntergang. Im Winter sinkt die Sonne früh und tief, das Wasser wird rosa und orange, und die Flamingos heben sich dunkel gegen das Licht ab. Es ist eines der schönsten Dinge an dieser Küste, und es kostet nichts.
Warum sie rosa sind
Flamingos kommen grau zur Welt. Das Rosa bekommen sie durch das, was sie fressen: Mit dem gebogenen Schnabel, den Kopf nach unten, filtern sie das flache Wasser und halten die kleinen Krebstiere und Algen zurück, die im Salzwasser leben. Darunter ist Artemia salina, ein winziges Salzkrebschen voller Carotinoide, derselben Farbstoffe, die Karotten färben. Es dauert etwa drei Jahre, bis ein junger Flamingo ganz rosa ist; und ein Flamingo, der nicht mehr frisst, was er braucht, verblasst.
So gibt die Saline, die jahrhundertelang Salz geliefert hat, heute den Flamingos ihre Farbe.
Die anderen Bewohner
Die Flamingos sind die auffälligsten, aber nicht die einzigen. In der Saline sieht man den Stelzenläufer mit seinen langen roten Beinen, Reiher und Seidenreiher, und manchmal sogar Kraniche. Im Frühling wird das Schutzgebiet außerdem zum Rastplatz für die Zugvögel, die aus Afrika nach Norden ziehen: Sie kommen erschöpft an, fressen sich satt und fliegen weiter.
Für die Vogelbeobachtung muss man kein Ornithologe sein. Es genügen ein Fernglas, ein wenig Geduld und die Bereitschaft, zehn Minuten still zu sein.
Die Saline der Mönche
Der Name kommt von den Benediktinermönchen, die hier Salz gewannen: Urkunden erwähnen sie mindestens seit dem 18. Jahrhundert, als Salz weißes Gold war und reich wurde, wer es kontrollierte. Die Überlieferung lässt ihre Anwesenheit viel früher beginnen, mit einer Schenkung der Normannen Ende des 11. Jahrhunderts.
Die Mönche bauten auch die Lagerhäuser, in denen das Salz trocknete, mit einem Boden, der sich wie ein Eselsrücken wölbte, damit das Wasser ablief. Aus jener Zeit sind die Ruinen eines Turms und der Lager geblieben. Von der Saline fuhr das Salz auf Karren ins Landesinnere, und einer der Rastplätze war das Gut, das heute nicht zufällig Masseria del Sale heißt: ein Restaurant zwischen Trockenmauern und Olivenbäumen, an der Straße nach Manduria.
Dann lohnte sich die Salzgewinnung nicht mehr, die Saline wurde sich selbst überlassen, und die Natur hat sich alles zurückgeholt.
Torre Colimena: Turm, Hafen und Strand
Vor der Saline steht ein Turm aus dem 16. Jahrhundert, Torre Colimena, einer von denen, die sich entlang dieser Küste Feuerzeichen weitergaben, um vor den Piraten zu warnen. Ringsum liegt ein Ort aus wenigen Straßen, der in den Neunzigerjahren stehen geblieben zu sein scheint, mit einem kleinen Hafen und einem Fischladen. Der Name, heißt es, kommt vom griechischen kalì limèna, der gute Hafen: So sagt es der Volksmund, und es gefällt uns.

Die Geschichte der Türme, der Piraten und des Salzes erzählen wir in den Geschichten aus Maruggio und Umgebung; das Meer davor auf der Seite zu den Stränden.
Wie man sich verhält
Es sind Wildtiere in einem Schutzgebiet, und ein paar Regeln des gesunden Menschenverstands gelten für alle. Bleiben Sie auf der Straße und auf den Wegen, ohne ins Wasser oder ins Schilf zu gehen. Kein Lärm, und gehen Sie nicht zu nahe heran: Ein erschrockener Flamingo fliegt davon, und mit ihm alle anderen. Der Hund gehört an die Leine, immer. Und keine Drohnen: Sie stören nicht nur die Vögel, in einem Schutzgebiet ist das Überfliegen auch geregelt.
Anfahrt von Corni di Fiasco
Von Corni di Fiasco fährt man auf der Küstenstraße nach Osten, zehn Minuten, bis Torre Colimena; die Saline liegt hinter dem Ort, und man hält am Rand der Straße, die an ihr entlangführt.

Häufige Fragen
Wie weit ist die Salina dei Monaci von Corni di Fiasco entfernt?
Zehn Autominuten, in Torre Colimena, auf der Küstenstraße nach Osten.
Wann sieht man Flamingos in Apulien?
In der Salina dei Monaci vor allem von Oktober bis April. Ein Teil der Kolonie bleibt auch in den warmen Monaten, aber es sind Wildtiere: Niemand kann garantieren, dass man sie antrifft.
Welche Tageszeit ist die beste, um die Flamingos zu sehen?
Der Sonnenuntergang, besonders im Winter, wenn das Licht tief steht und die Saline sich färbt.
Kostet die Salina dei Monaci Eintritt?
Nein: Wer die Flamingos von der Straße aus beobachtet, zahlt nichts.
Kann man mit dem Hund zur Salina dei Monaci?
Ja, an der Leine. Siehe auch die Seite Urlaub mit Hund in Apulien.
Die Flamingos zehn Minuten entfernt, der Trullo zwischen Olivenbäumen.